Die erste eigene Wohnung ist ein Meilenstein im Leben, kann aber auch ein Loch ins Portemonnaie reißen. Die gute Nachricht: Schön wohnen mit kleinem Budget ist möglich! Wie viel die erste Einrichtung wirklich kostet, erklären wir in diesem Beitrag.
Der Mietvertrag ist unterschrieben, die Schlüssel sind übergeben und vor euch steht eine leere Wohnung. Eine der ersten Fragen, die fast alle beschäftigt: Wie viel kostet die Einrichtung eigentlich und was wird davon wirklich gleich zu Beginn gebraucht?
Wir haben zusammengetragen, mit welchen Ausgaben ihr rechnen solltet, wo sich das Sparen lohnt und worauf es ankommt, damit die erste Wohnung auch ohne großes Budget wohnlich wird.
Erster Überblick über die Kosten
Eine Erstausstattung besteht aus mehr als nur aus Sofa, Bett und Esstisch. Auch Kleinigkeiten wie Küchenutensilien, Bettwäsche oder Lampen gehören dazu und summieren sich schneller, als man im ersten Moment vermutet.
Wer komplett neu ausstattet, sollte für eine kleine Ein-Zimmer-Wohnung mit Kosten zwischen 3.000 und 5.000 Euro rechnen. Bei zwei bis drei Zimmern sind es schnell 8.000 bis 10.000 Euro. Wer gebrauchte Stücke integriert und nach und nach ergänzt, kommt häufig schon mit 1.500 bis 2.500 Euro aus.
Erste Einrichtung: Kosten im Detail
Welche Posten besonders ins Gewicht fallen, hängt stark von der Wohnungsgröße und davon ab, was bereits vorhanden ist.
- Das Schlafzimmer: An der Matratze sollte man nicht sparen, denn eine gute Schlafunterlage ist eine sinnvolle Investition in die Gesundheit. Für Bettgestell, Matratze, Lattenrost, Bettwäsche und Kissen sollten rund 500 bis 1.200 Euro eingeplant werden. Kommt ein Kleiderschrank hinzu, liegen die Kosten bei weiteren 200 bis 800 Euro.
- Das Wohnzimmer: Ein neues Sofa kostet zwischen 400 und 1.500 Euro, ein Couchtisch zwischen 50 und 300 Euro. Rechnet man Regale, Lampen und Deko hinzu, kommt man für den Wohnbereich auf etwa 800 bis 2.500 Euro.
- Die Küche: Ist keine Einbauküche vorhanden, wird es vergleichsweise teuer: Herd, Kühlschrank, Spüle und Küchenmöbel liegen zusammen bei 1.500 bis 3.500 Euro. Auch bei vorhandener Küche fallen Ausgaben für die Grundausstattung wie Geschirr, Besteck, Töpfe und Kleingeräte an – etwa 300 bis 700 Euro.
- Das Badezimmer: Handtücher, Duschvorhang, Wäschekorb, Spiegel und Kleinigkeiten schlagen mit rund 100 bis 250 Euro zu Buche. Wer zusätzlich eine Waschmaschine anschaffen muss, sollte weitere 300 bis 700 Euro einplanen.
Erste Einrichtung: Kostenübersicht als Tabelle
| Bereich | Minimal (Secondhand) | Neuanschaffung |
| Schlafzimmer | 200 bis 400 € | 700 bis 2.000 € |
| Wohnzimmer | 300 bis 600 € | 800 bis 2.500 € |
| Küche (ohne Einbau) | 400 bis 800 € | 1.800 bis 4.000 € |
| Küche (mit Einbau) | 150 bis 300 € | 300 bis 700 € |
| Badezimmer | 60 bis 120 € | 100 bis 250 € |
| Essbereich | 150 bis 300 € | 400 bis 1.200 € |
| Kleinkram und Deko | 100 bis 200 € | 300 bis 600 € |
Erste Einrichtung: Was wird zuerst gebraucht?
Nicht alles muss von Tag eins an vorhanden sein. Vieles lässt sich über die ersten Wochen und Monate ergänzen. Das schont das Budget und gibt der Wohnung Zeit, nach und nach zu wachsen.
Am einfachsten ist es, die Einrichtungsliste in zwei Kategorien zu teilen: Was ist sofort nötig und was wird erst in den darauffolgenden Wochen bzw. später notwendig?
Unverzichtbar von Anfang an:
- Bett mit Matratze und Bettwäsche
- Ein Tisch und mindestens ein Stuhl
- Kühlschrank und Herd, sofern nicht vorhanden
- Grundausstattung an Geschirr, Besteck, Töpfen und Pfannen
- Duschvorhang, Handtücher, Toilettenpapier
- Mindestens eine Lampe pro Raum
- Putzutensilien und Mülleimer
Kann nach und nach folgen:
- Sofa und Couchtisch
- Kleiderschrank (zunächst reichen oft Kleiderstangen oder Boxen)
- Regale, Sideboards und zusätzliche Stauräume
- Vorhänge, Teppiche und Kissen
- Dekoration, Bilder und Pflanzen
- Zusätzliche Küchengeräte wie Toaster oder Kaffeemaschine
Möglichkeiten, um beim Einrichten zu sparen
Eine schöne Einrichtung muss nicht teuer sein. Wer etwas Zeit mitbringt und flexibel ist, bekommt viele Möbel deutlich günstiger als im Möbelhaus.
Secondhand
Kleinanzeigen-Portale, Flohmärkte, Sozialkaufhäuser, Sonderverkäufe oder auch der Sperrmüll sind gute Adressen für gebrauchte Möbel. Oft lassen sich dort Stücke finden, die 50 bis 80 Prozent günstiger sind als im Laden.
Viele Wertstoffhöfe bieten zudem Möbel, die andere aussortiert haben, für einen schmalen Taler an. Besonders massive Holzmöbel und Vintage-Stücke überzeugen häufig durch gute Qualität.
Outlet, Abverkauf und Saisonware
Viele Möbelhäuser haben Outlet-Bereiche mit Ausstellungsstücken oder Vorjahresmodellen.
Auch Sommer- und Winterschlussverkäufe oder Rabattaktionen zum Jahreswechsel lohnen sich. Bei einigen Anbietern gibt es zusätzlich Rabattcodes für Newsletter-Abonnenten.
Freunde und Familie fragen
In den Kellern und auf den Dachböden von Verwandten und Bekannten liegen oft mehr Dinge, als man vermutet. Eine kurze Nachfrage führt nicht selten zu nützlichen Funden, vom Geschirr bis zum Esstisch.
Selbst bauen
Balkonmöbel zum Beispiel lassen sich sehr einfach aus Paletten bauen. Dazu braucht man dann noch ein paar Kissen und fertig ist die gemütliche Sitzecke. Man kann auch viele andere Kleinigkeiten und größere Projekte selbst bauen.
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Möglichkeiten der Finanzierung
Wenn das Budget für die Erstausstattung nicht ausreicht, kann eine Finanzierung eine mögliche Lösung sein. Gerade wenn mehrere Kosten gleichzeitig anfallen, lässt sich so die finanzielle Belastung verteilen.
Wichtig ist dabei, die monatlichen Ausgaben im Blick zu behalten und nur so viel zu finanzieren, wie tatsächlich notwendig ist. Ein Vergleich verschiedener Angebote kann helfen, passende Konditionen zu finden.
Erste Einrichtung: stilvoll mit kleinem Budget
Ob eine Wohnung schön wirkt, hängt oftmals tatsächlich weniger vom Preis der Möbel ab. Entscheidend ist, wie die einzelnen Stücke kombiniert werden und welche Atmosphäre im Raum entsteht.
Weniger ist mehr
Eine Wohnung, in der jeder Winkel möbliert ist, wirkt schnell überladen. Oft ist es angenehmer, sich auf wenige Stücke zu konzentrieren und den Räumen Platz zu lassen.
Licht als Stimmungsfaktor
Statt einer zentralen Deckenleuchte sorgen mehrere kleinere Lichtquellen für ein gemütlicheres Raumgefühl. Eine Stehlampe neben dem Sofa, eine Tischleuchte auf dem Sideboard oder ein paar Kerzen reichen oft schon aus.
Textilien geben Wärme
Ein Teppich, ein Plaid über der Sofalehne und ein paar Kissen in passenden Farben verändern die Wirkung eines Raumes deutlich. Hier lassen sich mit überschaubarem Aufwand schnell neue Akzente setzen.
Zimmerpflanzen und persönliche Akzente
Pflanzen bringen Leben in jeden Raum. Einsteigerfreundliche Sorten wie Efeutute, Glücksfeder oder Kakteen sind pflegeleicht. Genauso wichtig sind persönliche Gegenstände – Fotos, Erinnerungsstücke oder Souvenirs tragen oft mehr zur Wohnlichkeit bei als gekaufte Deko.
Erste Einrichtung Schritt für Schritt
Die erste eigene Einrichtung ist ein größerer Kostenpunkt. Ein wirklich schönes Zuhause entsteht aber durch bewusste Entscheidungen und nicht durch teure Möbel.
Wer Prioritäten setzt, gebrauchte Stücke nicht scheut und seiner Wohnung Zeit zum Wachsen gibt, kommt auch mit überschaubarem Budget zu einem Ergebnis, in dem man sich wohlfühlt.
Sinnvoll ist es, realistisch zu planen, mit den wichtigsten Möbelstücken zu beginnen und nach und nach zu ergänzen, was noch fehlt.
Wir wünschen viel Freude beim Planen und Einrichten!
Artikelbild: Vitaly Gariev / Unsplash


